Kreativität aus schwarz – Fotokunst von Franziska Fenk

Fotokunst ist für Franziska Fenk mehr als Fotografieren. Sie sagt selbst dazu: „Fotografieren ist wie neu sehen lernen. Wie musizieren mit Farben. Wie Träume zu haben mit offenen Augen und wie Erkennen mit dem ganzen Herzen.“ Ihre Arrangements entstehen als künstlerisches Gesamtkonzept aus einzelnen fotografischen Elementen und aufwendiger Bildmalerei am PC. „Kreativität aus schwarz“ ist solch ein beeindruckendes Beispiel ihrer Arbeit. Zuerst wurde mein Blick vom Farbstrudel der Rottöne gefangen, der aus der Brust des weiblichen Models herauszufließen scheint, dann jedoch auf das clownesk geschminkte Gesicht gelenkt. Ihr Lächeln ist gemalt, gleichwohl scheint es tief aus ihrer Seele zu kommen. Mit geschlossenen Augen ist sie in fast akrobatischer Pose versunken. Diese scheint sie überhaupt nicht anzustrengen, vielmehr ist die im Augenblick festgehaltene Bewegung eine natürliche, ihr gemäße Ausdrucksweise ihrer Emotionen. Der schräg abfallende Boden würde ihr kaum Halt bieten, doch sie benötigt diesen auch nicht. Es ist ein Bild perfekter Harmonie von Körperlichkeit und Geist, losgelöst von irdischen Fesseln und fast schwerelos und diese Harmonie ist augenscheinlich ein großes, allumfassendes Glück.

Es ist wohl mehr Glück und Emotion, als in ihrem filigranen Körper aufzubewahren möglich ist. In der Bewegung öffnet sie sich und lässt es aus sich herausströmen, so dass alle Welt daran teilhaben kann. „Seht her, nehmt euch davon, denn ich habe mehr als ich brauche und werdet Teil dieser Harmonie“, dies ist die Botschaft, die sich bei mir manifestiert. Der Gegensatz zwischen dem grauen, nebelartigen Hintergrund, der etwas Düsteres und Bedrückendes an sich hat und dem Ausbruch der wunderbaren, glänzenden Farben des Strudels kann nicht größer sein. Er ist ein Ausdruck unbändiger Liebe, die viel stärker ist als der heranwabernde Nebel, ihn zurückdrängen wird und dem Licht wieder zum Durchbruch verhilft. Ich schöpfe Hoffnung aus diesem Bild, Hoffnung die aus der Kraft der Liebe entsteht.

Herzlichst, Holger Danz

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